Der erste Eindruck
Die für eine einfache Bremse recht große, weiße Verpackung macht einen vielversprechenden Eindruck.
Nach dem Auspacken geben die Bremsen in ihrem matten Schwarz und die sehr gewöhnlichen schwarzen Querseile dann aber erstmal doch einen vergleichsweise nüchterneres Bild.
Doch es fällt auch auf, dass die massigen Körper sehr solide verarbeitet sind - die Feder ist schön in den Körper eingearbeitet, die Stellschrauben für die Feden laufen perfekt im Gewinde und lassen sich genauestens einstellen; die Klemmschraube für das Bremsseil ist interessanterweise leicht schräg angebracht, ob das einen spürbaren praktischen nutzen bringen wird?
Auch insgesamt ist die Form der Bremskörper eher ungewöhnlich, in montiertem Zustand sehen sei zusammen ein wenig wie ein Schmetterling aus - oder wie das Batman-Zeichen!?
So wunderbar vorbereitete Bremsen lassen sich auch perfekt schnell und problemlos montieren. Das klingt selbstverständlich, ist aber leider nicht immer so. Die beiliegende Anleitung dürfte auch dem unerfahrenen Schrauber die richtigen Hinweise geben um die Bremse ohne Probleme zu installieren und einzustellen.
Bisher bin ich zwar optisch noch etwas irritiert, kann aber funktional erstmal nichts Negatives finden.
Die Installation
Installiert habe ich die Bremsen an einem BERNER Alurahmen (mit Vollcarbon-Gabel), selbstredend mit dem Gegenhalter aus selbem Hause.
Auch wenn ich sie nicht besonders mag, habe ich für den Test erst einmal die beiliegenden Ein-Klemmungs-Querseile benutzt und durfte feststellen, dass sie nicht korrekt abgelängt sind, so dass das gesamte System ein wenig schief hängt. Dies ist zwar nicht weiter schlimm, man kann es mit den starken und gut einstellbaren Federn perfekt ausgleichen, aber das Auge fährt ja auch mit...
Ich habe vorne den längsten und hinten den kürzesten Querzug montiert.
Die einstellbaren V-Brake Bremsschuhe ließen sich einfach und schnell zur Bremsflanke ausrichten. Zum Testen habe ich zurzeit Shimano WH500, Fulcrum Racing 7, Campagnolo Eurus, Mavic Reflex (silber) und Campa Proton Laufräder/Felgen zur Verfügung.
Die Langzeiteindrücke
Habe ich mich optisch irgendwann an die Avids gewöhnt - sie bieten kein ästhetisches Argument gegen MiniVs - so bin ich am Ende doch froh, bald wieder andere Bremsen am Rad zu haben.
Die Bremse hat einfach zu viele, wenn auch kleine Nachteile, die in der Addition einfach kein zufriedenstellendes Produkt ergeben.
Die Bremsbeläge sind zwar im trockenen klasse, können bei Nässe aber nicht überzeugen - auch nicht an der V-Brake meines Stadtrades, wo sie am Ende gelandet sind. Mit den Bewährten grünen Swissstop ist die Bremsleistung der Avids aber in Ordnung.
Ebenso problematisch ist der Querzug. Sie sind ohnehin von der Sorte, wie ich sie nicht besonders mag, da sie einem die seitliche Verstellung des Querzughalters nicht erlauben, doch obendrauf sind sie auch noch schief abgelängt. Und zwar nicht nur meine sechs beiliegenden, sondern alle, die ich bis jetzt in verschiedenen Fahrradgeschäften inspiziert habe. Dies ist zwar mit den Federn auszugleichen, doch nimmt es damit einiges an Spielraum zur Einstellung. Ich denke darauf ist auch mitunter zurückzuführen, dass ich mit diesen Bremsen keinen so guten Druckpunkt hinbekommen konnte, wie mít meinen zuvor installierten CR720 (vorne) und Cane Creek SCX5 (hinten).
Ausserdem noch problematisch war das Aushängen der Bremse bei eher enger Einstellung, da der Kopf des Zuges noch seitlich in einer Vertiefung gehalten wurde. Würde ich die Bremse längerfristig benutzen wollen, so hätte ich dort wohl mit einer Feile Abhilfe geschaffen.
Fazit
Obwohl die Bremse zu Anfang einen recht guten Eindruck macht und im Trockenen auch mit perfekter, sehr gut zu dosierender Bremsleistung aufwarten kann, sind es alles in allem schlicht zu viele Kleinigkeiten, die das Bild trüben und auf Dauer einfach den Spaß verderben. Hat man sie einmal am Rad, kann man mit Belägen und einer Feile Abhilfe schaffen - aber zum Kauf würde ich sie so nicht empfehlen wollen.
Herstellerlink: http://www.sram.com/de/avid/rimbrakes/index.php
Fotos, Text und Test: E. Nordmeyer
Montage: schnell, einfach
Verarbeitung: Top
Sehr schön gelöst: die Pipe steht nicht so exponiert, wie bei den anderen Bremsen.
Eine Einstellschraube für den Bremszug lässt sich problemlos auf die vorhandene Pipe aufsetzen.
Toll:
Ein- uns Aushängen, des Zuges ist möglich ohne an der Pipe zu drehen .
Die Klemmung des Zuges erfolgt solide über eine Madenschraube (auch als Ersatzteil erhältlich), der Zug wird solide geklemmt und splisst keineswegs auf.
Angegeben ist die Bremse mit 80mm Schenkellänge. Ich komme bei jeder Messung auf 85mm - komisch.
Gewicht:
128 Gramm, mit Pipe, Bremsschuhen, Befestigungsschrauben .Um auf dieses Gewicht zu kommen sind die Bremsschuh ausgefräst.Die Befestigung dieser erfolgt über die seit Jahren bewährten Titanbolzen und Alumuttern .Natürlich sind Carttridgebremsschuhe nach Shimanostandard verbaut.
Die Schenkel werden selbstverständlich mit Aluschrauben gesichert.
Gewicht ohne Bremsschuhe: 79-80 Gramm.
Erhältlich ist die Bremse in schwarz und rot.
Fahrbericht:
Der Druckpunkt ist deutlich differenzierter als bei der RX 5 - bei gleicher Bremsleistung.
Was fehlt?
Titanfedern, die Originalfedern wiegen 16 Gramm / 4 Stck. Da wären also 6-7 Gramm Ersparnis drin.
Als Wertmutstropfen bleibt der satte Preis.
Der Deutschland-Vertrieb von FRM versucht aber Titanfedern zu bekommen.
Was kommt noch?
Ein Fahrtest mit Umlenkrolle
Seit einiger Zeit gibt es von Tektro neben der RX5 noch eine Mini-V mit 80mm Schenkellänge. Es gibt sie in silber und in schwarz. Ich habe die schwarze Version ausprobiert und wollte meine Erfahrungen nach 4 Wochen, mit zwei Gelände-Rennen, zwei Straßenrennen und einigen Trainingskilometern schon einmal zum Besten geben.

Preis: 37,-
Gewicht: 368g inkl. Schrauben für vorne und hinten (mit nicht verstellbaren Pipes).
Bezugsquelle: Ich habe sie zum Testen von www.crossladen.de zur Verfügung gestellt bekommen.
Montage: wäre schnell und einfach gewesen, hätte mein Rahmen nicht etwas zuviel Lack auf dem Cantisockel gehabt, ich habe aber gleich die normalen Pipes gegen verstellbare Pipes getauscht.
Verarbeitung: die hat bei mir gemischte Gefühle ausgelöst. Die Buchsen sind hinten Kunststoff. Damit ist sie deutlich empfindlicher gegen Lack auf dem Cantisockel als z.B. die RX5, die ich vorher gefahren bin. Wie sich der Kunststoff auf die Dauerhaltbarkeit auswirkt, kann ich noch nicht sagen. Leider sind auch keine Cantridge-Beläge dabei sondern Billigstbeläge. Die Oberfläche der Bremsarme ist relativ empfindlich gegen Kratzer.
Fahrbericht: Bremst in jeder Lebenslage - Nass, trocken - auf der Straße und im Gelände. Vor allem hinten hat sich der Druckpunkt deutlich verbessert. Außerdem ist der Abstand Felge-Bremse etwas höher, so das Dreck auf der Felge nicht gleich zum Schleifen führt - wenn man z.B. direkt aus dem Wasser quer über den Strand fährt. Die Qualität der Beläge behindert die Bremswirkung nicht. Wenn die Beläge runter sind, werde ich sie nochmal mit Cartridge mit KoolStop-Belägen testen. Durch die geringere Schenkellänge habe ich mit einem aufgezogenen GP4000 1,8cm, mit aufgezogenem CX Pro 1,4cm Platz bis zum Bremszug bzw. Pipe. Das sollte auch bei ordentlich Matsch genug Reifenfreiheit bedeuten.
Fazit: Bremst besser als die RX5, die Verarbeitung wirkt aber nicht besonders hochwertig. Da sie genauso viel kostet wie die RX5 stimmt hier das Verhältnis nicht so ganz. Unglücklich finde ich die Wahl von Kreuzschlitzschrauben für die Einstellung der Bremsarme. Bisher hatte für alle Einstellungen am Rad ein Inbusschlüsselsatz ausgereicht. Auch die Originalschrauben, für die Cantisockel haben gewichtstechnisch großes Optimierungspotential.
aegluke für CX-Sport